Wider den Populismus

Ich sage das, damit euch niemand betrüge mit verführerischen Reden.

Kolosser 2,4

Ich frage mich immer, warum ich den Paulus in meiner Studienzeit nicht so gemocht habe. Das hat sich in den letzten Jahren total verändert. Ich finde, dass man unheimlich viel von ihm lernen kann, auch und insbesondere für heute. Er war ein moderner Mann, der die modernen Kommunikationsmittel virtuos genutzt hat. Er war ein vorzüglicher Netzwerker. Und er war auch ein Mann der Medien, denn er wusste, in welchem Programm er gewissermaßen auftreten musste, sprich, an welchem Ort er sein müsste, um Menschen zu erreichen. Er geht zu den Menschen. Er ging dort hin, wo er die Menschen erreichen konnte.

Heute wäre er wohl einen Blogger, Youtuber und wahrscheinlich auch ein gern gesehener Gast in Talkshows.

OK, soweit meine Liebeserklärung.

Paulus kannte die Menschen und hier sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen. Und er wußte um ihre Verfügbarkeit. Und genau deshalb warnte er – wie hier in Kolosser 2, 4 vor der verführerischen Rede, also den populistischen Rednern. Er wusste um die Gefahr, die damit verbunden ist. Das war damals nicht anders als heute, weil der Mensch nun einmal empfänglich für das einfachste ist.

Daher erinnert und mahnt Paulus in Kolosser 2, 3 daran, dass das Geheimnis in Jesus liegt. Jesus ist das Maß, an dem ich das Verführerische von der Wahrheit unterscheiden kann.

Und damit erinnert er im Grunde genommen wieder an das allereinfachste und damit so schwierige: Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst.